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Ulrike Skambraks

Kandidatin für die Bürgermeisterwahl in Wusterhausen/Dosse

Mein Weg - und warum ich kandidiere

 

Erdbeerpflanzen, Softeis und Mathematik in den Ferien

Geboren als Nordlicht in Ueckermünde am Stettiner Haff in einer schneereichen Novembernacht, wuchs ich im Haushalt eines Elektrikers und einer Maschinenbauerin auf. Meine Kindheit verbrachte ich meist draußen spielend. Von kleinauf wurden die Kinder zum Spielen rausgeschickt. Wir waren Scharen von Kindern, die auf Bäume kletterten, im Sandkasten buddelten, schaukelten, sich versteckten, Ball spielten und auch das altbewährte Gummihopse und Himmel und Hölle kamen nicht zu kurz. Damals erschien alles groß und weit. Wenn ich heute in Eggesin bin, staune ich wie kurz die Abstände und eng die Straßen sind.

An den Wochenenden war ich mit meinen Eltern oft im Garten in Ue’de. Dort hatte ich mein eigenes Beet, strich meinen eigenen Zaun und spielte mit dem Kater Peter. Ich half meinen Eltern gerne bei der Gartenarbeit, obwohl ich wohl öfter Erdbeerpflanzen aus dem Boden riss als Unkraut. Im Sommer war das Highlight, das Softeis am Bahnhof von Ueckermünde. Ich ging gerne zur Schule, vor allem auch wegen des Klassenverbands. Die Grundschule machte mir anscheinend so viel Spaß, dass ich selbst in den Sommerferien mit einer Freundin den Mathematikunterricht nachspielte.

Kreativität, Musik, Sport und erste Auftritte

Da meine Eltern bis in den Nachmittag arbeiteten, vertrieb ich mir die Zeit im Hort oft damit Rezepte abzuschreiben. Meine kindliche Kreativität lebte ich aus im Mal- und Zeichenzirkel. Dort malte ich unzählige Aquarelle, obwohl ich zuhause viel lieber mit dem Bleistift zeichnete.

Musikalisch tobte ich mich im Fanfarenzug aus. Ich lernte Tomtom, Flachtrommel und Fanfare zu spielen. Besonders schön waren die Ostermärsche durch die Dörfer, mit anschließender Bratwurst im Brot am Lagerfeuer.

Sportlich war ich in der Leichtathletik aktiv, dort lief ich viel, Lang- und Kurzstrecken. Auf einer Vereinsfahrt probierte ich Kugelstoßen und Diskuswurf aus. Das lag mir viel besser.

Als Jugendliche war ich Teil einer Tanzgruppe, die damals von der Frau des Bürgermeisters geleitet wurde. Einmal waren wir in Rostock bei einem Tanzwettbewerb. Das war damals sehr aufregend.

Raus aus der Kleinstadt: Studium, Engagement und Weltpolitik

In den Sommerferien arbeitete ich im Freilichtmuseum Ukranenland, einem aus dem 9. Jahrhundert nachempfundenen Slavendorf. Am Ende eines Tages im Leinenkleid in die Uecker springen, das war toll.

Ich bin sehr dankbar für alle Aktivitäten und Fahrten in den Vereinen, denn ich konnte es kaum erwarten aus der Kleinstadt rauszukommen und Großstadtluft zu schnuppern. Mit 18 Jahren war es endlich so weit. Ich ging nach Berlin und studierte dort Mathematik und BWL. Neben dem Studium verdiente ich mir durch verschiedenste Studentenjobs nebenbei etwas Geld. Neben der Diplomarbeit half ich Kindern im Hort ehrenamtlich bei den Hausaufgaben. Den Kontakt zu Kindern habe ich immer schon gesucht. In meinen 20ern interessierte mich vor allem die Weltpolitik. Darum war ich aktives Mitglied bei der Menschenrechtsorganisation Amnesty International. In der Zeit organisierte ich Filmabende, sammelte Unterschriften auf der Straße und hielt Vorträge auf Konferenzen.

Vom Verlag ins Klassenzimmer

Wie schon in der Jugend fand ich den körperlichen Ausgleich im Sport und Tanz. Fünf Jahre powerte ich mich im Kickboxen aus und erprobte mich in verschiedenen Tanzstilen, wie HipHop, Musical und Contemporary. Nach dem abgeschlossenen Studium begann ich ein Volontariat im Cornelsenverlag. Ich genoss die internen Weiterbildungen in Gewaltfreier Kommunikation. Im weiteren Leben half mir das Wissen in Gesprächen sehr. Im Verlag bekam ich auch den Wandelprozess eines großen Unternehmens mit, der durch externe Berater begleitet wurde. Mich interessieren von jeher Wandlungen von Menschen, Gruppen und Unternehmen. In Bamberg beim Buchner Verlag baute ich dann selber ein Autorenteam in Berlin auf und konnte so den Kontakt zum vorigen Zuhause halten. Wenn ein Schulbuch entsteht, hat man mit vielen verschiedenen Menschen zu tun, den Autoren, der Druckerei, den Vorgesetzten, der Medienabteilung. So lernte ich in einem Projekt mit verschiedenen Akteuren umzugehen, zu organisieren, zu strukturieren und zu führen.

Mit Baby im Bauch an die Grundschule

In Bamberg wurde ich schwanger und es ging wieder zurück nach Berlin, wo ich bis ein paar Wochen vor der Geburt meines Sohnes noch Projekte beendete. Nach einem Jahr Elternzeit arbeitete ich im Quereinstieg als Grundschullehrerin an einer inklusiven Schwerpunktschule. Ich unterrichtete in jahrgangübergreifenden Klassenstufen 123 und 456. Am Lehrerdasein gefiel mir am meisten der Kontakt und die Beziehung zu den Kindern. Zum Glück hatte die Schule ein Erasmusprogramm mit sieben europäischen Ländern. So konnte ich als junge Mutter trotzdem meiner Reiselust nachgehen. Ich machte ein Sprachkurs in London und besuchte die Projektpartner in Spanien, Irland und Rumänien. Als noch Fördergelder übrig waren, nutzte ich die Gelegenheit und organisierte für eine Gruppe von Sechstklässlern und zwei Kollegen einen einwöchigen Besuch der Partnerschule in Island. Das war für alle ein unvergessliches Erlebnis.

Zurück zu den Wurzeln: Leben auf dem Gutshof

Als alleinerziehende Mutter bin ich dann raus aus dem Schuldienst und habe mich nochmal ganz neu erfunden und verschiedene Dinge ausprobiert. Vor sechs Jahren kam ich auf den Gutshof in Tornow, wo ich meine bäuerlichen Wurzeln wieder erfahren konnte. Mit Stall ausmisten, Gartenarbeit, Schafe scheren und Ohrmarken setzen, Trecker fahren, Felle filzen, Spinnrad spinnen, fühle ich mich einfach wohl.

2021 gründete ich mit Menschen, die dem Hof schon lange als Feriengäste verbunden waren, den Verein Freundeskreis Gut Tornow e.V. Wir setzen auf dem Hof kleine Projekte um, wie das Anlegen einer Totholzhecke und sind eine inklusive generationsübergreifende Gruppe. Im letzten Jahr organisierten wir im Herbst ein Hoffest mit Grill, Fassbier, Bands, Hofführung und Ponyreiten. Viele Dorfbewohner waren da und auch Menschen aus der Region. Es wird wohl nicht das letzte bleiben.

Seit anderthalb Jahren setze ich mich als Ortsvorsteherin für ein friedlicheres Miteinander in Tornow ein. Ich höre gerne die Geschichten von den Älteren aus dem Dorf. Heute kann ich mir kaum noch vorstellen, dass das Dorf einmal so belebt war mit vielen Kindern. Die Dorfbewohner kennen sich teilweise seit über sechs Jahrzehnten. Schön ist auch zu sehen, wie sich die Menschen in Tornow gegenseitig unterstützen.

Auch seit meiner Zeit in Tornow rief mich die Welt, so ging es nach Peru und in die Türkei. Mein bald zwölfjähriger Sohn wächst bei seinem Vater in Berlin auf. Wir sehen uns jede Woche und ich liebe seinen Humor sehr.

Neue Projekte und persönliche Ziele

Seit Anfang 2026 bin ich aktiv im mitgegründeten Verein Vermögenspool DACH e.V. Dies ist ein alternatives Finanzinstrument für gemeinschaftliche Wohnprojekte, in denen der Blick auf Schulden und Abzahlung ein anderer ist und stattdessen ein Kreislaufprinzip angewandt wird. Das ist mein Beitrag zur Umverteilung von Geld. Ansonsten gehe ich gerne an der Dosse spazieren, tanze, singe, schwimme und reise.

Den vor zwei Jahren begonnenen Segelflugschein möchte ich in den nächsten zwei Jahren absolvieren, sowie einen Jagdschein machen.

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